Projektbeschreibung

In Deutschland leiden jährlich ca. 15,3% der erwachsenen Bevölkerung an einer Angststörung, doch nur jeder Vierte befindet sich in aktiver psychotherapeutischer Behandlung. Aufgrund des hohen organisatorischen Aufwands, aber auch durch Hemmschwellen auf Seiten der Patienten wird die empfohlene Expositionstherapie in realen Situationen nur selten angewendet.

Das Ziel des Projektes EVElyn ist es, in frühzeitiger Abstimmung mit prospektiven Nutzern (Psychotherapeuten, Patienten), eine Methodik zum Einsatz von virtueller Realität zur Durchführung von Expositionsübungen in der ambulanten Psychotherapie zu erarbeiten. Durch den Einsatz neuester Techniken wird das Potential für eine erhebliche Effizienzsteigerung in der psychotherapeutischen Versorgung von Angststörungen erforscht und demonstriert.

Medizinische Notwendigkeit

Patienten mit Angststörungen vermeiden die gefürchteten Situationen meist konsequent. Während der Expositionstherapie lernen sie, sich mit ihrer Angst auseinanderzusetzen und zu erleben, dass die gefürchteten Konsequenzen gar nicht eintreten. Die aktuelle Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen empfiehlt den Einsatz von Konfrontationstherapie mit Virtueller Realität (VRET) und weist auf einen Mangel an verfügbaren Lösungen hin. Der hohe Anteil unbehandelter Angstpatienten ist besorgniserregend, da nicht behandelte Angststörungen leicht chronifizieren und sich das Risiko der Ausbildung weiterer Störungen, wie z.B. Depressionen erhöht.

Ambulante Expositionstherapie mit virtueller Realität

Der steigende psychotherapeutische Versorgungsbedarf führt bei den ambulanten Versorgungeinrichtungen zu extrem langen Wartezeiten. Durch VRET können deutlich mehr Patienten erreicht und mit viel geringerem Aufwand psychotherapeutisch effektiv behandelt werden. Trotz dieser Vorteile ist VRET bislang nicht in der Versorgungspraxis angekommen.